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Das doppelte Schränkchen

 

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Mir ist neulich aufgefallen, dass ich tatsächlich ein Doppelleben geführt habe. Natürlich rein bekleidungstechnisch. Ich hatte sogar getrennte Schränke für meine normalen Klamotten und meine Business-Garderobe. Sehr praktisch, da waren nur no-brainer drin: einfach anziehen und fertig. Selbst im Dunkeln kann man da nichts falsch machen! Die Sache hat nur einen Haken: das bin nicht ich! Den Schrank mit den Hosenanzügen gibt es zwar noch, ich trage sie inzwischen allerdings so gut wie gar nicht mehr. Und ich bin froh darüber, weil sie eigentlich nicht recht zu mir passen.

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Aber was nun anziehen, wenn es einen recht eindeutigen business-dresscode gibt? Denn Klassiker sind in dem Fall ja weniger Bekleidung als Rüstung – man kann dahinter verschwinden. Und diese Rüstung beschützt uns: niemand sieht, wer wir wirklich sind oder was wir wirklich denken und fühlen. Das ist sehr praktisch und gleichzeitig sehr mühsam aber vor allem sehr deutsch.

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Ich arbeite seit vielen Jahren in einem internationalen Umfeld und da ist mir aufgefallen, dass gerade wir Deutschen sehr zwischen Beruflichem und Privatem trennen. Wir sind immer sehr um Haltung bemüht und darum, niemanden wissen zu lassen, wer sich hinter dem Profi-Ich am Arbeitsplatz verbirgt. Ja, das ist natürlich ein bisschen übertrieben. Aber andere Kulturen tun sich leichter: meine Freundin Susie aus Schweden ist immer sie selbst. Sie duzt alle und teilt ihr Privatleben recht ungefiltert. Sie ist immer authentisch und wurde so eine Vertrauensperson unter ihren vorrangig deutschen Kollegen – die Anderen teilen sich ihr gerne mit, weil sie das auch tut.

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Von ihr habe ich gelernt, dass es sich besser lebt, wenn man die Maske abnimmt und sich ein Plätzchen in der Arbeitswelt sucht, wo man weitestgehend man selber sein darf. Das fühlt sich einfach besser an, macht mehr Spaß und vor allem macht es glücklich.

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Und dazu gehört auch, das ich nur noch Kleider trage, in denen ich mich auch wie ich selbst fühle. Und das hier ist natürlich eines davon: Else. Dieses Mal in schwarz-weiß mit Perlen und Jäckchen.

Schnittmuster: Else von Schneidermeistern

Größe: 36

Stoff: Ringelsweat von Lillestoff in schwarz-weiß

Änderungen:  Ich habe die Rückenlänge um 4 cm gekürzt, in der Taille etwas weggenommen und die Schultern verschmälert. Außerdem habe ich zwei Abnäher im Rückenteil ergänzt, 30cm lang und 4cm breit.

Einen wunderschönen Donnerstag für Euch!

XOXO, Antje

verlinkt: RUMS

 

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19 Comments

  • Reply
    Lesslie
    2. März 2017 at 2:02

    Tolles Kleid und toller Beitrag! Bin selber im Job Hosenanzugträgerin – da kann ich nichts falsch machen…nicht daneben liegen. Nähe die ersten businesstauglichen Teile und muss sagen, dass mir das viel besser gefällt und ich deutlich mutiger werde was die „Uniform“ angeht.

    • Reply
      fadenfactory
      2. März 2017 at 7:51

      Danke, Leslie! So ging es mir ja auch! Und dabei hat man als Frau doch so viel mehr Möglichkeiten…wir brauchen nur mehr Mut. Liebe Grüße, Antje

  • Reply
    Rebecca
    2. März 2017 at 7:35

    Sehr schön geschrieben!

  • Reply
    Rebecca
    2. März 2017 at 7:36

    Sehr schön geschrieben! Und natürlich tolles Kleid, steht dir super

  • Reply
    andrea
    2. März 2017 at 9:14

    wow! einfach nur wow!
    siehst toll aus in dem kleid und scheint deine Persönlichkeit wirklich zu unterstreichen. fühlst dich auch wohl drin, oder?
    und du kannst es sicher in der arbeit tragen oder? ja hast recht, ist vermutlich nicht ganz so unsere Mentalität (bin zwar keine deutsche aber Österreicherin) einfach in jeder Situation so zu sein, wie wir sind. eher immer situationsangepasst. ist sicher was, wo wir lernen können!
    bussis andrea

    • Reply
      fadenfactory
      2. März 2017 at 9:19

      Danke, liebe Andrea! Ja, die Else ist einer meiner Lieblingsschnitte und der Sweat trägt sich sehr angenehm und engt nicht ein. Ich trage das Kleid sowohl beruflich wie auch zum Spielplatz…Liebste Grüße, Antje

  • Reply
    Maarika Meltsas
    2. März 2017 at 12:33

    Eine tolle Else – aus Ringeln immer auch ein Favorit in meinem Schrank!
    Lg Maarika

    • Reply
      fadenfactory
      2. März 2017 at 13:12

      Danke! ich kann einfach nicht damit aufhören – hier liegt schon der nächste Streifenstoff, der zur Else werden soll…LG Antje

  • Reply
    Katharina Diestel
    2. März 2017 at 14:51

    Wow, ein tolles Kleid, steht dir sehr gut 🙂

  • Reply
    Esther
    2. März 2017 at 17:38

    Das sieht super aus! Lässig und elegant zugleich. Ich schaue gerne auf deiner Seite vorbei. LG, Esther

    • Reply
      fadenfactory
      2. März 2017 at 19:43

      Esther, wie schön! Das freut mich sehr! LG Antje

  • Reply
    Catharina
    2. März 2017 at 18:25

    Das Kleid ist großartig. Es steht dir richtig gut und ich kann dich absolut verstehen, dass du dich darin wohlfühlst.
    Viele Grüße,
    Catharina

  • Reply
    JuliA
    2. März 2017 at 21:13

    Es ist nicht nur das Kleid, was mir gut gefällt sondern auch die Fotos. Darauf erkannt man sofort, dass Du Dich sehr wohlfühlst. Ich finde es sehr interssant, was Du über Deine schwedische Freundin schreibst. Als ich den Anfang Deines Beitrags las, dachte ich erstmal viel internationaler, sprich Amerika, wo es seit langem diese Kultur der Uniform gibt und viele Frauen erst im Büro von ihren Sneakern in Pumps schlüpfen. Ich denke, unsere Kleidung macht nicht nur was mit anderen sondern auch mit uns selbst. Manche Kleidervorschriften finde ich schon sehr überzogen. Als Beispiel kann ich da nur Flugbegleiterinnen nennen, die eine bestimmte Absatzhöhe an den Schuhen haben müssen.
    Ich selbst trage gern Schuhe mit hohen Absätzen, aber nur, weil ich es will. Dir wünsche ich, dass Du mit Deiner Haltung und Deinem Stil Vorbild für viele bist.
    Liebe Grüße, Julia

    • Reply
      fadenfactory
      2. März 2017 at 23:02

      Liebe Julia, erstmal danke ich Dir für Deinen schönen Kommentar. Ja, die USA sind uns da seltsamerweise recht ähnlich und unsere europäischen Nachbarn sind teilweise ganz anders obwohl sie geografisch ja viel näher sind. Ich trage auch sehr gern hohe Schuhe und ich finde es nicht nur negativ, sich für den Job speziell zu kleiden. Da bietet sich auch eine Gelegenheit, die hohen Schuhe auszuführen, die auf Spielplätzen eher nicht zum Einsatz kommen. Liebe Grüße, Antje

  • Reply
    Cindy
    3. März 2017 at 10:39

    Wow, tolles Teil. Ich liebe schwarz-weiß gestreift.

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