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Sätze wie “ hier auf meinem blog ist es gerade so still, weil….“ ließt man ja öfter und heute auch hier. Obwohl es sicher ein Menge zu berichten gegeben hätte in den letzten Wochen – all die Geschichten sind hier noch nicht gelandet. Das hat vor allem den Grund, dass ich nach meinem ersten Schnittmuster-release eine Art Online-Muskelkater hatte: die Wochen davor waren sehr intensiv und ich war danach wohl einfach ein bisschen ausgepowert…Außerdem läuft im Moment das Probenähen für Esperanza Girls in den Größen 116-176 und parallel dazu feile ich an einem neuen Schnitt für ein Sweatkleid, dass auch den Mädels mit Hohlkreuz entgegenkommen wird (hoffe, ich).

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Also, langweilig ist es hier tatsächlich nicht, denn in meinem Leben gibt es ja auch noch einen „echten“ Beruf, der mir gerade sehr schwer im Magen liegt (im wahrsten Sinne des Wortes) und natürlich meine Familie, die immer an erster Stelle steht.

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Das alles unter einen Hut zu kriegen, ist nicht immer einfach und an manchen Tagen macht man da 500 Gefühle pro Stunde durch – aber wem sage ich das, Ihr kennt das ja. Jetzt in diesem Moment habe ich allerdings schon meine Grenzen erreicht, denn ich bin krank geworden und das bedeutet eigentlich immer: so, jetzt reicht’s. Es ist Zeit, dass ich mich wieder mehr auf mich besinne und schaue, was mir guttut und was nicht, anstatt ständig über meine Grenzen hinauszugehen, um es anderen recht zu machen. Ich würde sagen, da leide ich wie viele andere auch unter dem Frauen-Problem Nummer 1. Wir wollen immer, dass es allen in unserer Nähe gutgeht, das alles läuft und räumen auch bereitwillig den Müll von anderen weg, die ihn uns nur allzu gern überlassen.

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Aber wenn man keine Grenzen setzt, wird das immer so weitergehen. Es wird zur lieben Gewohnheit und irgendwann verfestigt sich auch die Erwartungshaltung unserer Umwelt. Was also tun?

Eigentlich wissen wir da ja meist ganz genau: auch mal nein sagen, Auszeiten schaffen, achtsamer sein, etc. – solcherlei Tips füllen ganze Bücher. Warum gelingt es uns denn dann nicht?

Weil uns etwas davon abhält, das zu tun, was besser für uns wäre. Weil das meist bedeutet, dass unsere Familie, unser Beruf oder unsere Freunde zurückstecken müssten. Weil wir dazu erzogen wurden, die Wünsche und Bedürfnisse anderer vor unsere eigenen zu stellen. Und wenn wir das ignorieren, fühlen wir uns als Versager oder egoistisch. Sich gegen diese Erwartungen zu stellen, bedeutet, Konflikte und Enttäuschung auszuhalten. Sehr unangenehm.

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Aber da hilft alles nichts: wir können es nicht allen recht machen und das müssen wir auch nicht. Ich habe heute eine Entscheidung getroffen, die in erster Linie mir selber guttut. Das zog Unverständnis und Protest nach sich und dennoch bin ich dabei geblieben. Aber ich muß sagen, es geht mir schon ein bisschen besser und siehe da, die Welt ist gar nicht untergegangen!

Vielleicht ist das der beste aller Tips: die eigenen Bedürfnisse nicht immer zurückstellen  und sich selbst gelegentlich mal an die erste Stelle setzen. Ohne Reue. Und beim nächsten Mal klappt das hoffentlich schon einfacher!

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Jetzt aber nochmal kurz zum Kleid: das ist Hoodie Betty. Der Schnitt ist sehr lässig, bequem und lässt sich sehr schön rauf und runterstylen. Ich habe lediglich hinten im Rücken ein bisschen Länge rausgenommen und eine Größe größer genäht als normal, weil ich es besonders gemütlich haben wollte.

Vernäht habe ich hier den KnitKnit von Hamburger Liebe – dieser Stoff ist wirklich ein großer Wurf und durch die einzigartige Struktur eine echte Neuheit auf dem Markt. Und nach meinem Dafürhalten das bisher beste Design von Frau HAHAEL!

Einen schönen Donnerstag!

Liebste Grüße von Antje

verlinkt bei RUMS

 

 

 

Posted by:fadenfactory

3 replies on “Heute mal (n)ich…

  1. Hallo liebe Antje!
    Das Kleid ist ja genial, das würde ich sofort anziehen!
    Schönen Text hast du geschrieben. Ja die eigenen Bedürfnisse durchsetzten ist nicht leicht, da kann ich dir voll uns ganz zustimmen.
    Wünsch dir alles Gute!
    Ganz liebe Grüße
    Kathi

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    1. Lieber Joe, vielen Dank! Leider bisher nicht aber wenn ich meinem armen Mann das Hemd genäht habe, dass ich ihm versprochen habe, kommt bestimmt auch noch das ein oder andere Herren-Schnittmuster…liebste Grüße, Antje

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